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CHKD

Rückblick: China Day 2020 digital

Chinesisch-deutsche Wirtschaftskooperationen – Strategien für die Zukunft

Aufbruch in die Post-Corona-Ära – der 5. China Day der Chinesischen Handelskammer in Deutschland (CHKD) lenkte den Blick nach vorne: Im Mittelpunkt standen Strategien für die Zukunft der chinesisch-deutschen Wirtschaftszusammenarbeit. Mehr als 6.500 Interessierte aus China und Deutschland nahmen an der erstmals digitalen Veranstaltung teil – und stellten damit einen neuen Zuschauerrekord auf.

 

Unter den Teilnehmern des China Day 2020 digital waren hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder sowie zahlreiche CHKD-Mitglieder. Zudem bot die diesjährige digitale Ausgabe auch erstmals die Möglichkeit, die Veranstaltung in China zu verfolgen, wodurch die Reichweite des Events neue Dimensionen erreichte. Der China Day wurde auch in diesem Jahr in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) organisiert.

 

 

CHKD-Präsident, ZHENG Donglin, hob in seiner Eröffnungsrede die großen Herausforderungen hervor, die in Folge der Pandemie auf China und Deutschland zukommen werden. „Globale Kooperationen sind der einzige Weg, um diese großen Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können.“ Mit Blick in die Zukunft betonte Herr Zheng außerdem, welche Chancen sich aus der aktuellen Situation ergeben:

 

»Viele Unternehmen in China und Deutschland gehen smarter und digitaler aus der Krise hervor. Es besteht ein enormes Potential für eine Zusammenarbeit bei digitalen Plattformen, in der Biopharmazie und dem Ausbau erneuerbarer Energien sowie bei zukunftsweisenden Technologien.«

ZHENG Donglin, Präsident, CHKD

 

WANG Weidong, Gesandter der Botschaft der VR China in Deutschland, betonte ebenfalls die Bedeutung der Kooperationen in seinem Grußwort. „Deutschland und China haben sich zu Beginn und während des Höhepunktes der Pandemie gegenseitig unterstützt. Dies sollte ein Vorbild für die zukünftige Zusammenarbeit sein – auch in Wirtschaftsfragen, bei denen offene und von protektionistischem Denken freie Diskussionen, notwendig sind.“ Er betonte zudem, dass sich China als erstes Land bereits wirtschaftlich wieder im Aufschwung befindet und deutsche Unternehmen davon profitieren. So verzeichnen zum Beispiel deutsche Automobilhersteller Absatzerfolge auf dem chinesischen Markt. China habe den Markt für ausländische Unternehmen weiter geöffnet, zum Beispiel durch Kürzung der Negativliste –  während in Deutschland und Europa strengere Regelungen den Zugang für chinesische Unternehmen zunehmend erschweren.

 

Dr. Andreas Nicolin, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, betonte: „Für beide Länder ist eine enge deutsch-chinesische Wirtschaftszusammenarbeit sehr wichtig. China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner und beide Seiten befinden sich in Abhängigkeit voneinander.“ Aus diesem Grund hoffe er, auf einen baldigen Nachholtermin des EU-China Gipfels noch in diesem Jahr, bei dem der Grundstein für die weitere positive Zusammenarbeit nach der COVID-19-Pandemie gelegt werden solle.

 

Chinesisch-Deutsch-Europäische Kooperationen in Zeiten von Corona – Status Quo & Perspektiven standen auch im Fokus des Eröffnungsgesprächs – auf dem Podium saßen: DUAN Wei, Hauptgeschäftsführer der CHKD, Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDI und Dr. Volker Treier, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim DIHK. Moderiert wurde die Diskussion von Bernhard Bartsch (Bertelsmann-Stiftung).

 

DUAN Wei erklärte, dass die Pandemie auch auf die chinesischen Unternehmen in Deutschland gravierende Auswirkungen hat und die Unternehmen für die zweite Jahreshälfte weniger zuversichtlich sind als noch zu Beginn der Pandemie. Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen eines Investitionsschutzabkommens zwischen China und der EU zeigte sich Herr Duan zuversichtlich:

 

»Das Interesse an einem einheitlichen Abkommen zwischen der EU und China besteht auf beiden Seiten. In den vergangenen Jahren hat China bereits mit 26 EU-Ländern erfolgreiche Investitionsabkommen abgeschlossen. Wir sind zuversichtlich, dass die EU und China von einem Investitionsschutzabkommen gleichermaßen profitieren werden.«

 

DUAN Wei, Hauptgeschäftsführer, CHKD

 

Joachim Lang vom BDI prognostizierte in der Gesprächsrunde, dass die Auswirkungen der Pandemie wahrscheinlich noch einige Jahre lang spürbar sein werden. Die Bundesregierung habe bereits einiges getan, in den folgenden Monaten komme es jedoch auf die Feinjustierung der Regelungen an, um die Wirtschaft wieder auf ein Normalniveau hin zu steuern.

 

»Die Zeiten für ein Investitionsschutzabkommen mit China waren nie besser: In solch einer kritischen Phase sendet ein gelungener Abschluss ein positives Signal an die internationalen Märkte. Nicht in der Entkopplung, sondern in verstärkter internationaler Zusammenarbeit liegen die Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen.«

 

Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer, BDI

 

Ein weiterer Gesprächspunkt war die Positionierung Deutschlands und generell Europas im Handelskonflikt zwischen China und den USA. Volker Treier, Außenwirtschaftschef vom DIHK, erklärte:

 

»Vor dem Hintergrund der stark international orientierten deutschen Wirtschaft ist es wichtig, den Weg eines multilateralen und auf global geltenden Regeln basierenden Handels weiter zu beschreiten. Um in aktuellen Zeiten zunehmenden protektionistischen Tendenzen Herr zu werden, ist im Sinne der Unternehmen eine Vertiefung dieses Ansatzes essentiell.«

 

Dr. Volker Treier, Mitglied der Geschäftsführung, DIHK

 

Im Anschluss an die Grußworte und das Eröffnungsgespräch diskutierten Experten in zwei Online-Panels über die Zukunftsthemen Mobilität und Digitalisierung. Titel der beiden Panels waren: „Zwischen alternativen Antrieben, Technologieintegration und neuen Geschäftsmodellen: Die Zukunft der Mobilität in China und Deutschland“ und „Digitalisierung in China und Deutschland: Szenarien & Strategien für das nächste Jahrzehnt“.

Videos:

 

 

Die Videos zur Veranstaltung finden Sie hier