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„Deutsch-Chinesischer Wirtschaftsdialog“ in Berlin – Chinesische Unternehmen wünschen sich mehr Kooperationsbereitschaft in Deutschland

Am 24. September wurde der erster „Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsdialog“ in der chinesischen Botschaft in Berlin veranstaltet.

Am Donnerstag, den 24. September veranstaltete die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V. (CHKD) gemeinsam mit dem Wirtschaftsrat der CDU e. V. den ersten „Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsdialog“ in der chinesischen Botschaft in Berlin.

An der Veranstaltung nahmen der Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland, SHI Mingde, der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Matthias Machnig sowie der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, Dr. Norbert Röttgen teil.

In seiner Rede wies Botschafter Shi zu Beginn der Veranstaltung darauf hin, dass die chinesische Regierung an der weitläufigen Öffnung festhält und sich an ihrem Entschluss, Marktmechanismen eine maßgebende Rolle einnehmen zu lassen, nichts ändern wird. Man sei gewillt durch internationale Zusammenarbeit während dieser Entwicklung auftretende Probleme zu lösen und gleichzeitig notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um zu sicherzustellen, dass sich die chinesische Wirtschaft weiter gesund entwickelt. Herr Shi betonte weiter, man hoffe, dass die deutsche Wirtschaft die sich durch die Transformation der chinesischen Wirtschaft eröffnenden Möglichkeiten wahrnimmt und beispielsweise aktiv an der „Seidenstraßen-Wirtschaftszone“ mitwirkt, um dadurch die beidseitigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auf eine neue Ebene zu erheben.

Ein Diskussionspanel gab im Anschluss hochrangigen Wirtschaftsvertretern die Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen in Zeiten des Umbruchs auszutauschen und zu diskutieren.

Die Vertreter der chinesischen Wirtschaft betonten dabei mehrfach ihre Bereitschaft, Kooperationen mit deutschen Partnern einzugehen und versuchten Bedenken aus dem Weg zu räumen.

Der Vizepräsident und Director Corporate & Public Affairs der Huawei Technologies Deutschland GmbH, Torsten Küpper betonte die hohe Bedeutung, die der Standort Deutschland und Kooperationen mit deutschen Partnern für sein Unternehmen haben. Jedoch wünsche man sich zukünftig mehr Partnerschaften, da „nur noch stärkere Kooperation zu mehr Erfolg führen können“. Bedenken zum Patenschutz auf deutscher Seite entgegnete Herr Küpper, dass Huawei „nicht nur Patente respektiere“, sondern „als Innovationsführer selbst auf den Patentschutz angewiesen“ ist. Er wies zudem darauf hin, dass das Unternehmen in Europa derzeit Platz 5 bei allen Patentanmeldungen und Platz 1 bei Patenten im Bereich der „digitalen Kommunikation“ einnimmt.

Weiterhin berichtete der Chefrepräsentant des Repräsentanzbüros der State Grid Corporation of China, JIANG Longhua, dass das auf den Bau und Betrieb von Energieversorgungsnetzen spezialisierten Unternehmen eine Übernahmeaktivität in Deutschland anstrebt. Als interessantes Geschäftsfeld führte er den Stromtransport von den Küstenregionen im Norden in die wirtschaftlichen Ballungsräume im Süden und Südwesten Deutschlands an. Hier sei das Unternehmen bereit, „Partnerschaften einzugehen und Deutschland bei der Energiewende zu unterstützen“.

Der Geschäftsführer der Sany Europe GmbH, JIANG Xiangyang warb seinerseits um Vertrauen in chinesische Partner, so wie es bei der erfolgreichen Übernahme des deutschen Betonpumpen-Unternehmens Putzmeister im Jahr 2011 durch sein Unternehmen der Fall war. Auch von deutscher Seite, in Person des Eurex Executive Director der Deutsche Börse AG, Uwe Schweickert sprach man sich für „Gelassenheit, Vertrauen und Zuversicht“ bei der Kooperation mit chinesischen Partnern aus und stellte die eigene erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Shanghai Stock Exchange (SSE), der größten Börse Chinas, vor.

Auf der Veranstaltung stellte zudem der CHKD-Präsident Herr YAN Jianxun die Arbeit der ersten Außenhandelskammer Chinas in Europa in den letzten zwei Jahren seit ihrer Gründung vor: In dieser kurzen Zeit ist die Anzahl der CHKD-Mitglieder bereits auf 115 Unternehmen gestiegen. Die CHKD bildet eine Plattform für chinesische Unternehmen, die die Kommunikation und den Austausch untereinander sowie mit Behörden und der Wirtschaft in Deutschland erleichtern soll. Den chinesischen Unternehmen soll dadurch die Suche nach Kooperationspartnern erleichtert werden. Die CHKD hat sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit ein differenziertes Bild des Engagements chinesischer Unternehmen in Deutschland zu vermitteln. Dadurch sollen Kooperationspotenziale entwickelt und ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen geleistet werden.