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CHKD-Positionspapier zur erneuten Prüfung des AIXTRON-Übernahmeangebots durch das Bundeswirtschaftsministerium

Berlin, 27.10.2016 Im Mai dieses Jahres gaben der Fujian Grand Chip Investment Fund LP (FGC) und die AIXTRON SE (AIXTRON) bekannt, dass die Grand Chip Investment GmbH (GCI) als 100%ige Tochtergesellschaft des FGC und der deutsche Halbleiteranlagenhersteller AIXTRON eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss getroffen haben. Im Juli reichte die GCI ein offizielles Übernahmeangebot ein, welches vom AIXTRON-Vorstand positiv bewertet und den Aktionären zur Annahme empfohlen wurde. Es handelt sich dabei um eine reguläre Unternehmenshandlung, die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen durchgeführt wurde. Vor ein paar Tagen jedoch widerrief das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) eine bereits im September erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung und kündigte an, das Angebot einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Dies hat die Übernahmepläne zunächst gestoppt.

Die in Deutschland ansässigen chinesischen Unternehmen zeigen sich besorgt darüber, dass die zuständigen Regierungsbehörden in Deutschland zum wiederholten Mal politische Einflussnahme gegenüber aus China stammenden regulären Investitionshandlungen ausüben und haben kein Verständnis für die kurzfristige widerspruchsvolle Entscheidung aus dem BMWi. Sie sind der Meinung, dass politische Unvorhersehbarkeit und Ungewissheit nicht nur das Investitionsklima in Deutschland verschlechtern und Investoren Verluste bescheren, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung negativ beeinflussen werden.

Verglichen mit den gesamten Investitionen deutscher Unternehmen in China machen chinesische Investitionen in Deutschland weniger als 10 Prozent aus. Dennoch gibt es mittlerweile etliche Beispiele, die zeigen, dass Investitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland auf gegenseitigem Vertrauen basierende win-win-Kooperationen sind. Sie führen zu einer ausgewogeneren und engeren bilateralen Investitionszusammenarbeit und bringen zudem Kapital, Arbeitsplätze und den Zugang zum asiatischen Markt nach Deutschland.

Als eine der größten Exportnationen der Welt profitiert auch Deutschland seit vielen Jahren von der Politik des freien Handels. Die zuständigen Regierungsbehörden in Deutschland sollten nicht auf der einen Seite die Öffnung des chinesischen Marktes fordern, gleichzeitig aber wiederholt Barrieren für marktwirtschaftliche Handlungen errichten. Solch protektionistische Tendenzen werden der Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft über kurz oder lang schaden.

Wir hoffen, dass die Maßnahmen der Bundesregierung zu mehr Liberalisierung und Erleichterung des Handels mit und der Investitionen aus dem Ausland führen, und nicht umgekehrt. Die CHKD bietet der deutschen Wirtschaft und Politik weiterhin uneingeschränkt ihre Unterstützung an, um das Verständnis hinsichtlich der hier vor Ort ansässigen chinesischen Unternehmen und deren Geschäftstätigkeiten weiter zu stärken.

 

 

Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V.

Ansprechpartner:       Herr Jannik Dennier

Telefon:                      +49 30 209 175 22

Email:                         jannik.dennier@chk-de.org