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Rückblick China Day 2019: Chancen nutzen, Hürden überwinden

Am Dienstag, den 27.März 2019 fand der vierte China Day in den Räumlichkeiten der ESMT Berlin in der deutschen Hauptstadt statt. Die Veranstaltung wurde erneut von der Chinesischen Handelskammer in Deutschland (CHKD) in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und dem DIHK—Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V. organisiert und trug in diesem Jahr den Titel Partner und Wettbewerber: Die „neue Normalität“ der chinesisch-deutschen Wirtschaftszusammenarbeit. Mit rund 300 Gästen wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Unter den Teilnehmern des China Day 2019 waren hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder sowie zahlreiche CHKD-Mitglieder.

 

Die Veranstaltung begann mit einer Premiere. Der neue Botschafter der VR China in Deutschland, Herr WU Ken hatte seinen ersten öffentlichen Auftritt nach Amtsaufnahme eine Woche zuvor. In seiner Rede hob Botschafter Wu hervor, dass die Beziehungen zwischen China und Deutschland heute im Vergleich zu den vergangenen Jahren geprägt durch viele Win-Win-Situationen seien und das gemeinsame Interesse an wirtschaftlicher Prosperität gleichzeitig ein stabilisierender Faktor der partnerschaftlichen Beziehungen sei. Er betonte zugleich, dass sich China wirtschaftlich immer weiter öffnet, wovon schon jetzt viele deutsche Unternehmen profitieren. Botschafter Wu gratulierte außerdem dem am Vormittag neu gewählten CHKD-Präsidenten, Herrn ZHENG Donglin (ICBC) sowie der ganzen CHKD zum rasanten Aufstieg zum größten Netzwerk chinesischer Unternehmen in Deutschland von ursprünglich 15 Mitgliedern vor sechs Jahren zu heute über 300 Mitgliedern, die den Großteil der wirtschaftsstärksten Unternehmen in China ausmachen.

 

 

Auch Dr. Andreas Nicolin vom Bundeswirtschaftsministerium ging in seinem Impulsvortrag auf die Wichtigkeit der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen ein und betonte, dass eine Partnerschaft vor allem vom gegenseitigen Respekt geprägt sein müsse.

 

 

„Beide Länder setzen sich für ein multilaterales Handelssystem ein und versuchen Barrieren, die nicht mehr zeitgemäß sind abzubauen“, so Nicolin. 

Im Rahmen des in diesem Jahr neu eingeführten Formats „3er Talk“ – einer 30minütigen Gesprächsrunde 

 

des Veranstalters (CHKD) und seiner Kooperationspartner – mit Dr. Stefan Mair (BDI) und Dr. Volker Treier (DIHK) äußerte sich CHKD-Hauptgeschäftsführer DUAN Wei im Anschluss zur aktuellen Situation chinesischer Unternehmen in Deutschland: 

„Während sich China wirtschaftlich immer weiter öffnet, was deutlich erkennbar an der immer kürzer werdenden Negativliste ist, geht der Trend in Deutschland mittlerweile in eine deutlich andere Richtung. Diese Maßnahmen beschädigen das Investitionsklima in Deutschland und wirken nicht gerade vertrauensbildend bei chinesischen Unternehmen. Dies führt zu Unsicherheit bei unseren Mitgliedern und weiteren chinesischen Unternehmen und kann zukünftige Investitionsentscheidungen negativ beeinflussen.“ Man wünsche sich, so Duan weiter, „mehr positive Signale, dass chinesische Unternehmen in Deutschland willkommen sind und dass Hürden für Investitionen ab- statt aufgebaut werden.“

 

Dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland noch viel Potenzial beinhaltet, darüber waren sich auch die Teilnehmer der ersten Podiumsdiskussion des Tages einig. Über das Thema Chinesische und deutsche Unternehmen zwischen Kooperation und Konkurrenz diskutierten Verena Kantel (Head of Pharma Health Policy International, Bayer AG), Sophie Sun (Investor Relations Manager, Qingdao Haier Germany), Matthias Zentgraf (President Europe, CATL) und ZHANG Hui (Managing Director, NIO GmbH).

 

Die Diskussion zeigte aber auch, dass die derzeitige Diskussion über das chinesische Engagement in Deutschland und Europa nicht spurlos an chinesischen Unternehmen vorbeigeht. Herr Zentgraf von CATL teilte die Ansicht von CHKD-Hauptgeschäftsführer Duan, dass die meist negative Kommunikation hinsichtlich chinesischer Investitionen in der deutschen Öffentlichkeit häufig eine Bremswirkung hat. „Chinesen bringen Arbeitsplätze und Know-how nach Deutschland. Es sollte nicht gegeneinander, sondern miteinander gearbeitet werden. Die Weltoffenheit und Erfahrung die Chinesen mitbringen sind ein großes Plus“, so Zentgraf.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde über das Thema China und Deutschland als digitale Innovationstreiber: Wer macht das Rennen bei den Technologien von morgen? diskutiert. Die Teilnehmer der Diskussion waren David Wang (Deputy CEO, Huawei), Andreas Hube (Vice President und Head of China Liaison Office, SAP), CHENG Lan (General Manager Western Europe, China Mobile International) und Fabian Bahr (Leiter Büro Berlin, Giesecke+ Devrient Gmbh).

 

Die Unternehmen, allesamt Technologieführer in ihren Bereichen, tauschten sich über die Stärken und Schwächen in der Innvotationskraft beider Länder aus. Der Vorteil Chinas im Wettbewerb um die Technologien von morgen beschrieb Herr Wang nüchtern: „Wir haben 10.000 Entwickler und investieren enorm in die Entwicklung, insbesondere der Zukunftsbereiche. Das lässt uns auch mit 5G-Technik ein Gehirnimplantat aus 3.000 km Entfernung digital gesteuert operieren, das ist digitale Technik von morgen, aber schon jetzt im Einsatz“.

 

Frau Cheng von China Mobile ergänzte, dass deutsche Unternehmen von dem technologischen Vorsprung, den sich China derzeit im Bereich von Zukunftstechnologien erarbeitet, profitieren können. „Dadurch, dass wir mit 5G in China weiter sind als die EU, möchten wir die Ergebnisse gerne teilen. Win-Win-Kooperationen sind für uns immer größtes Ziel, da sonst die Kompatibilität und der Austausch mit internationalen Partnern nicht möglich ist.“

Nach dem offiziellen Teil fand der China Day 2019 bei einem gemeinsamen Get-together seinen Ausklang.