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CHKD-Positionspapier zum Kuka-Übernahmeangebot durch die Midea Gruppe

Am 18. Mai hat die chinesische Midea Gruppe ein Angebot zur Übernahme des deutschen Roboterherstellers KUKA abgegeben. Dabei handelt es sich um eine reguläre Unternehmenshandlung, die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen durchgeführt wurde.

Insbesondere zwei Punkte veranlassen die in Deutschland ansässigen chinesischen Unternehmen dazu, zu diesem Thema Stellung zu nehmen: Erstens, die trotz einiger durchaus differenzierter Artikel zu einseitige Berichterstattung zu diesem Thema; Zweitens, die Berichte über die Versuche der politischen Einflussnahme als Reaktion auf das Midea-Angebot.

Das Übernahmeangebot ist eine unabhängige Geschäftshandlung, die auf unternehmerischen Absichten beruht und marktwirtschaftlichen Regeln folgt. Die chinesische Wirtschaft in Deutschland hofft, dass Investitionshandlungen chinesischer Unternehmen – einschließlich des Übernahmeangebots von Midea – in Deutschland rational und objektiv betrachtet werden.

Dafür ist es u.a. wichtig, die Investitionsaktivtäten chinesischer Unternehmen in Deutschland richtig einzuordnen. Hierbei hilft beispielsweise die Statistik. Gemäß den „Bestandserhebungen über Direktinvestitionen“ der Deutschen Bundesbank von April 2015, machte der Bestand ausländischer Direktinvestitionen (FDI) aus China Ende 2013 nur ca. 0,25% des FDI-Gesamtbestandes bzw. 1,6% des Bestandes nicht-europäischer FDI in Deutschland aus und entsprach lediglich 2,7% des FDI-Bestandes aus den USA. Die Statistik zeigt zudem, dass FDI von China nach Deutschland nur 10% der FDI in die entgegengesetzte Richtung ausmachten. Diese Zahlen machen deutlich, dass Behauptungen wie „China kauft Deutschland auf“, die immer mal wieder zu lesen sind, nicht der Wahrheit entsprechen.

Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V. (CHKD) schenkt der Vorgehensweise seitens der europäischen und deutschen Politik in dieser Sache außerordentliche Beachtung. Sie blickt besorgt auf protektionistische Tendenzen in Europa und Deutschland. Es wird erwartet, dass die zuständigen Regierungsbehörden in Deutschland die Marktmechanismen respektieren und das abgegebene Angebot ohne politische Einflussnahme geprüft und bewertet werden kann.

Als größte Exportnation der Welt profitiert Deutschland seit vielen Jahren von der Politik des freien Handels. Vor dem Hintergrund einer schwächelnden Weltwirtschaft wird Protektionismus der Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft über kurz oder lang schaden.

Die CHKD bietet der deutschen Wirtschaft und Politik uneingeschränkt ihre Unterstützung an, um das Verständnis hinsichtlich der hier vor Ort ansässigen chinesischen Unternehmen und deren Geschäftstätigkeiten weiter zu stärken.

 

 

 

Die Chinesische Handelskammer in Deutschland e. V.
Ansprechpartner: Herr Jannik Dennier
Telefon: +49 30 209 175 22
Email: jannik.dennier@chk-de.org